Zu Beginn unserer gemeinsamen Arbeit im Jahr 2000 war Yoni 24 Jahre alt, er kam zu mir mit der Diagnose: Zerebralparese verbunden mit unwillkürlichen und unkontrollierbaren Bewegungsabläufen (Atheose). Seitdem erhielt er von mir wöchentlich eine einstündige Jahara® Behandlung. Yonis Ziel war es, sein körperliches Befinden zu verbessern und das Fortschreiten seiner Symptome zu minimieren. Yoni war außerdem in Behandlung eines Arztes aus den USA, Dr. Paul Jordan*, auf dessen Beurteilungen ich mich in diesem Artikel beziehen möchte.
Am Anfang unserer Zusammenarbeit fühlte sich Yoni im Wasser unsicher und ich musste ihm eine Menge Unterstützung geben, indem ich ihn eng im TCSTM hielt. Er sprach nie mit mir darüber, wie er sich während der Behandlungen fühlte, dennoch konnte ich körperliche Veränderungen beobachten, z.B. dass Yonis Atem Tiefe bekam und sein Körper weicher wurde. Über die vergangenen sechs Jahre der gemeinsamen Arbeit hinweg konnte ich feststellen, dass Yoni während der Behandlungen in seinem Körper einen Ort der Stille gefunden hatte. Darüber hinaus konnten seine praktischen Fähigkeiten erhalten und sogar verbessert werden, mit Hilfe von Jahara®.
Jedes Jahr reist Yoni von Israel nach New York, um seine Entwicklung durch Dr. Paul Jordan beurteilen zu lassen. Jedes Jahr bat er mich darum, seinem Arzt in einem Brief über seinen Gesundheitszustand zu berichten und wie wir mit Jahara daran gearbeitet hatten. In den letzten 3 Jahren hat mir Yonis Arzt mit seinen Entwicklungsberichten darauf geantwortet. Ich finde, dass ich mit Hilfe dieser Berichte Yonis Jahara® Geschichte sehr gut erzählen kann.
Im September 2002 schrieb ich in meinem ersten Bericht an Dr. Jordan:
Yoni nimmt seit über 2 Jahren an der Wassertherapie teil. Er bekam wöchentlich eine einstündige Behandlung im warmen Wasser. Diese umfasst das Floaten im Wasser, verbunden mit gleichmäßiger, sanfter Dehnung, Massage, Stimulation der Triggerpunkte und Lockerungsübungen.
Ich fuhr fort mit einer Liste von Aktivitäten und Zielen der Behandlung:
Dr. Jordan ermutigte Yoni dazu, seine Jahara® Wassertherapie Behandlungen weiterzuführen. Im Januar 2003 berichtete ich ihm:
Ich wende weiterhin sanfte Dehnungsübungen an, mit Betonung auf die linke Körperseite.
Außerdem habe ich Gehübungen zur Schulung des Gleichgewichts und der Standfestigkeit hinzugefügt. Wir führen aktive und passive Übungen zur Dehnung und Streckung des hinteren Oberschenkelmuskels durch. Dies beeinflusst die weitere Behandlung und bewirkt eine Abnahme der Spastik der unteren Extremitäten und des Rumpfes, hat aber keine entscheidenden Auswirkungen auf die oberen Extremitäten.
Zu dieser Zeit fügte ich aufgrund von Yonis Beschwerden die Aktiven ÜbungenTM in seine Behandlungen ein. Ich musste sie vereinfachen, da Yoni nicht motiviert war, aktiv zu sein. Mein therapeutisches Ziel war es, ihm dabei zu helfen, die Bewegungen seiner Füße zu kontrollieren. Yonis Muskeltonus ist schwankend, was unwillkürliche Bewegungen seiner Füße hervorruft. Diese unwillkürlichen Bewegungen erzeugen Verspannung und Unsicherheit beim Gehen, besonders auf unebenem Boden.
Im Februar 2004 schrieb ich an Dr. Jordan:
Seit meinem letzten Bericht setzten wir die Arbeit an Gleichgewicht und Standfestigkeit fort. Außerdem setzte ich manuelle Techniken ein, um die Verspannung seiner Fußmuskulatur zu reduzieren.
Damit meinte ich den Einsatz von Shiatsu und die Stimulation der Triggerpunkte, während Yoni in der Jahara "Position 1" an die Poolwand gelehnt stand. Diese Position spornte ihn an, eine gesunde Körperhaltung beizubehalten, während ich die manuellen Techniken anwendete.
In diesem Jahr schrieb Dr. Jordan in seinem Entwicklungsbericht:
Die gesamten funktionalen Bereiche der Motorik haben sich verbessert bei gleichzeitigem Zeigen von größerer Kontrolle oder Balance bei Muskelaktivitäten während Bewegungsabläufen und beim Gehen. Seine Fähigkeit, Entfernungen zu gehen, hat sich in beträchtlichem Ausmaß verbessert, was ich an der erhöhten Ausdauer und ebenso am verbesserten Muskeltonus ablesen konnte. Dies verändert und entfaltet sich abhängig von seinen Bemühungen, welche er in seinen Therapien und physischen Aktivitäten zeigt. Yoni versteht, dass die Übungen und/oder Therapien lebenslang kontinuierlich fortgesetzt werden müssen. Er hat Zeiten ausgetestet, in denen er nicht zum Therapie Programm gegangen ist bzw. keine Übungen gemacht hat, und findet, dass er dann "fester" ist mit weniger Balance und kompensatorisch Schmerzen entwickelt.
Einmal im Jahr kommt Mario Jahara nach Israel, um die zukünftigen Jahara® Spezialisten zu trainieren. In dieser Zeit bin ich so beschäftigt, dass ich alle individuellen Behandlungen absagen muss, so musste auch Yoni unser Therapie Programm unterbrechen. In diesem Jahr fragte ich ihn, wie es ihm ohne die wöchentlichen Behandlungen ging. Yoni erwiderte: "Mein Gang war härter ohne Jahara®". Da erkannte ich, dass während Yonis Spastik sich aufgrund seiner Zerebralparese Tag für Tag verschlimmert, die Jahara® Behandlung wirklich helfen kann, diese Verspannungen wieder zu lösen, was ihn wiederum bei seinen ATLs unterstützt - besonders bei den Aktivitäten im Gehen.
Im Februar 2005 schrieb ich an Dr. Jordan:
Während Yoni mit der Jahara® Methode im Wasser floatet, spüre ich, dass er entspannter ist und nun harmonischer gleitet. Seine Wirbelsäule ist besser ausgerichtet und er klagt weniger über Schmerzen im Rücken.
Es war wundervoll, Dr. Jordans Entwicklungsbericht zu erhalten:
Ende Februar dieses Jahres schrieb ich an Dr. Jordan:
Mein Eindruck ist, dass Yonis physische Verfassung in einem guten Gesundheitszustand gehalten werden konnte. Da ist nur eine Beschwerde, welche in den letzten paar Monaten mehrmals auftrat. Yoni erwähnte wiederholt Verspannungen und Schmerzen im Schienbeinmuskel.
Im März antwortete Dr. Jordan in seinem Entwicklungsbericht:
Die wöchentliche Jahara® Behandlung der letzten paar Jahre beinhaltete folgende Leistungen:
Bei akuten Beschwerden können ein paar Jahara® Behandlungen den Klienten helfen, wieder normal zu leben. Aber Yoni braucht ein durchgängiges Rehabilitationsprogramm. Bei einem chronischem Zustand wie Zerebralparese ist kontinuierliches Arbeiten nötig, um die Lebensführung und Lebensqualität zu verbessern.
Einmal sagte Yoni zu mir: "Ich komme her, weil ich das hier mag."
Dies von einem Menschen zu hören, der seine Gefühle nur schwerlich ausdrücken kann, bedeutete mir eine Menge.
Ich finde diese Arbeit sehr lohnend. Ich danke Yoni für sein Engagement für Jahara®. Ich danke auch Mario Jahara dafür, dass er mir und vielen anderen Therapeuten größte Inspiration für die Wasserarbeit ist. Zum Abschluss möchte ich bestätigen, wie wichtig es für mich war, von Yonis Arzt Dr. Jordan angeleitet und ermutigt zu werden.